Zwetschgenwein

Zwetschgenwein – ca. 6 Liter

Zwetschgen (die leckeren ovalen Pflaumenfrüchte) sind in unseren Breitengraden ab dem späten Hochsommer in üppigem Umfang vorhanden. Ich habe zwar keinen eigenen Baum, aber bei teilweise unter 1,50€/kg (Stand Sommer 2026) sind sie immernoch ein vergleichsweise günstiges Obst, aus dem sich leckerer Wein machen lässt.

Benötigtes Equipment:

  • 2 Gefäße mit ca. 5- 8l Fassungsvermögen mit Gärspund: Ideal sind Glasballons, lebensmittelechte Kunststoffbehälter oder Edelstahlgefäße.
  • 1 großer Topf
  • 1 Schlauch: Zum Umfüllen des Weins
  • 1 langer Rührlöffel aus Plastik oder Edelstahl
  • 1 steriles Tuch zum Auspressen der Beeren
  • Optionales Equipment:
    • Hydrometer/Bierspindel: Zur Messung des Zuckergehalts und zur Abschätzung des Alkoholgehalts.

Zutaten:

  • 5l sauberes Trinkwasser, aufgekocht
  • Etwa 2kg Zwetschgen
  • 1,7kg weißer Haushaltszucker
  • 1-2g Weinhefe – (z.B. Sorte Lalvin QA23, online erhältlich)
  • 2g Pektinase (Pektinenzym, zerstört die Zellwände im Obst)
  • Optional:
    • 1g Hefenährsalz (Unterstützt die Hefen bei der Gärung)
    • 1g Kaliumsorbat und 1g Natriumdisulfit
    • 1g Bentonit (zur Klärung des Weins)

Anleitung:

  1. Die Zwetschgen säubern, entsteinen und die Steine beiseitelegen (oder entsorgen, sofern sie nicht weiter verarbeitet werden sollen). Dann die entsteinten Früchte in einen großen Topf oder Eimer geben, Wasser hinzugeben und alles zu Köcheln bringen.
  2. 15min köcheln lassen, dann von der Hitze nehmen und zum Abkühlen beiseitestellen.
  3. Wenn der Most auf unter 50°C abgekühlt ist, das Pektinenzym zugeben.
  4. Nach 24 Stunden die Zwetschgen durch das Tuch in den Gärbehälter geben. Dann den Schmodder auspressen, den Presspuck wegschmeißen.
  5. Den Zucker hinzugeben und rühren, bis er sich aufgelöst hat. An dieser Stelle die Dichte messen und notieren, dieser Most sollte potenziell ca. 15% Alkohol erreichen.
  6. Hefe & Nährsalz hinzugeben und den Gärbehälter mit einem Tuch so abdecken, dass keine Fliegen hineinkönnen.
  7. In den ersten drei Tagen täglich einmal umrühren. Danach mit einem Verschluss mit Gärspund verschließen in Ruhe gären lassen bis die Gärung durch ist (ein paar Wochen).
  8. Wenn es aufhört zu blubbern und der Zuckerwert über 48 Stunden gleichbleibt, den Wein vom Hefesatz abziehen.
  9. Dafür mit dem Schlauch den Wein knapp über dem Bodensatz abziehen und in ein anderes sauberes Gefäß füllen.
  10. Warten, bis der Wein klärt. Dafür kann zur Hilfe Bentonit hinzugegeben werden. Das kann gerne mal ein bis drei Monate dauern. Danach den Wein erneut vom Bodensatz abziehen und in ein sauberes Gefäß übertragen.
  11. Wenn Nachsüßen erwünscht ist, den Wein 24h vorher mit Kaliumsorbat und Natriumdisulfit stabilisieren. Das verhindert eine erneute Gärung im Wein.
    Mit Zuckersirup nach Geschmack nachsüßen (Zucker im Verhältnis 2:1 in Wasser auflösen)

Zusätzliche Hinweise:

  • Hygiene: Achte auf gründliche Reinigung und Desinfektion aller Geräte, um Infektionen zu vermeiden.
  • Geduld: Wein braucht oft Zeit, um zu reifen. Manchmal muss man ihn nach der Gärung noch einige Wochen bis Monate ruhen lassen, um das Aroma zu verbessern. Zwetschgenwein kann auch schon nach wenigen Wochen „rund“ schmecken. In jedem Fall solltest du ihn regelmäßig verkosten, um den perfekten Zeitpunkt nicht zu verpassen.