Hefegeruch / Bierig
Riecht oder schmeckt der Wein „hefig“, gibt es in der Regel keinen Grund zur Besorgnis, denn das bedeutet nur, dass noch Hefe im Wein ist. Was beim aktiv gärenden Most oder Jungwein ganz normal ist, kann im fertigen Erzeugnis allerdings unangenehm auffallen.
Was kann ich tun?
- Wein von der Hefe abziehen:
Sofern ein Bodensatz erkennbar ist, kann es sinnvoll sein, den Wein davon abzuziehen und so die Hefekonzentration zu senken. Es gibt Methoden, den Wein dafür vorzubereiten und die Effektivität dieser Maßnahme zu erhöhen.
- Schönungsmittel zugeben:
Durch die Zugabe von Schönungsmitteln wie Bentonit oder Kieselsol haften die freischwebenden Hefepartikel an diesen Mitteln und sinken schneller zu Boden und sind beim Abziehen besser zu trennen.
- Kältebehandlung:
Für einen „Cold Crash“ muss der Wein über mindestens 24 Stunden (besser ein paar Tage) ganz kaltgestellt werden. Je niedriger die Temperatur eines Weins, desto schlechter können die Schwebstoffe sich darin lösen und sinken zu Boden. Wichtig dabei: Den Wein vor dem Abziehen nicht erst wieder warm werden lassen!
- Filtern:
Mit speziellen Filteranlagen und -Geräten kann man den Wein ganz klar filtern. Aufgrund der hohen Kosten dieser Maschinen ist diese Option aber für den Hausgebrauch in den meisten Fällen nicht interessant. - Zeit!
Geduld ist eine Tugend, und manchmal reicht es, den Wein für ein paar Monate wegzustellen und überhaupt nicht anzufassen. Wenn er dann schön klar ist, einfach vom Bodensatz abziehen und abfüllen. Wenn genug Zeit vergangen ist, sollte dann kein großes Hefearoma mehr vorhanden sein.
Um Hefearoma nach Beendigung der Gärung zu vermeiden oder zu bekämpfen, ist es also nötig, die Hefe vom Wein zu trennen. Dabei ist Geduld ein wichtiger Faktor, auch wenn man mit Hilfsmitteln und Techniken nachhelfen kann.