Der Wein ist trüb
Mögliche Ursachen: Es sind Schwebstoffe im Wein. Das können Hefen sein, aber auch winzig kleine Fruchtpartikel, Pektin oder Stärke (z.B. bei Reiswein oder Bier). Das ist ganz normal und erstmal kein Fehler.
Was kann ich tun?
Die wichtigsten Maßnahmen sind weiter oben schon geschildert (siehe Maßnahmen bei „Hefegeruch“), aber neben Geduld und Schönungsmitteln können hier auch andere Schritte erforderlich sein.
- Pektin-Enzyme: Bei besonders pektinhaltigem Obst (Brombeeren, Äpfel, Birnen, Quitten, Guaven, Pflaumen, Stachelbeeren, Zitrusfrüchte) ist es ratsam, dem Most schon vor der Hefezugabe etwas Pektinenzym (zuweilen auch „Pektolase“, „Pektinase“ oder „Polygalacturonase“ genannt) zuzufügen, um die Pektine aufzuspalten. Aber auch während und nach der Gärung besteht die Möglichkeit, den Wein so etwas klarer zu bekommen.
- Stärke-Enzyme: Ist die Trübheit auf stärkehaltige Rohstoffe zurückzuführen (Malz, Weizen, Reis, Kartoffeln,…), so kann es sich lohnen, sogenannte Alpha-Amylase zuzufügen. Es ist ein natürlich vorkommendes Enzym, das Stärkeverbindungen spaltet und so der Hefe zum Verstoffwechseln verfügbar macht. Das kann die Trübung lösen.
In der Natur entsteht Pektinase oft im Reifungsprozess von Obst, während Alpha-Amylase unter anderem beim Menschen in Speicheldrüsen gebildet wird. Beide diese Enzyme können online im Brauversandhandel käuflich erworben werden und werden inzwischen selbstverständlich im Labor mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt.
Stücke im Wein
Mögliche Ursachen: Es können ausgeflockte Hefen oder Schwebstoffe sein, sowie Fruchtreste.
Was kann ich tun?
- Siehe oben – Enzyme, Schönungsmittel, Kälte, Zeit und Schwerkraft helfen hier weiter. Stücke an der Oberfläche können entweder abgeschöpft werden, alternativ kann man mit einem Schlauch unterhalb der Oberfläche den Wein in ein zweites Gefäß abziehen.