Honigwein (Met)

Je nach Honigpreis belaufen sich die Kosten pro Flasche auf unter 3,00€, deutlich weniger bei Verwendung von Backhonig oder wenn man guten Kontakt mit einem fleißigen Imker pflegt.
Mit diesem Grundrezept lässt sich ein einfaches Met herstellen, das durch die Zugabe anderer Zutaten ganz verschiedene Stile ergeben kann. Übliche Zugaben sind Gewürze oder Obst. Ich persönlich gebe gerne nach der Gärung ein paar hundert Gramm Brombeeren dazu und lasse das ganze nochmal ein paar Wochen stehen, aber auch Kirschen, Äpfel und Kaffee eignen sich zum Aromatisieren.

Benötigtes Equipment:

  • 2 Gefäße mit ca. 5- 8l Fassungsvermögen: Ideal sind Glasballons, lebensmittelechte Kunststoffbehälter oder Edelstahlgefäße.
  • 1 Schlauch: Zum Umfüllen des Mets
  • 1 langer Rührlöffel aus Plastik oder Edelstahl: Holz sollte vermieden werden, da es schwer zu desinfizieren ist.
  • Optionales Equipment:
    • Hydrometer/Bierspindel: Zur Messung des Zuckergehalts und zur Abschätzung des Alkoholgehalts.

Zutaten:

  • 6l sauberes Trinkwasser
  • 3kg Honig
  • 1-2g Met- oder Weinhefe – z.B. Bulldog Mead Trockenhefe (online erhältlich, enthält bereits Hefenährsalze)
  • Optional:
    • 1g Hefenährsalz (Unterstützt die Hefen bei der Gärung)
    • 1g Kaliumsorbat und 1g Natriumdisulfit (Deaktiviert die Hefe, damit nach dem Nachsüßen nichts weitergärt)
    • 1g Bentonit (zur Klärung des Weins)

Anleitung:

  1. Honig im Wasser lösen:
    • Honig und Wasser kurz erhitzen, bis alles gelöst ist.
    • Honigwasser abkühlen lassen.
    • Falls gewünscht Bentonit zur Mostklärung vor der Gärung zugeben.
    • Tipp: Mit dem Rezept sollten etwa 15%vol. Alkohol möglich sein. Wer es genau wissen möchte, kann jetzt mit dem Hydrometer den Zuckergehalt messen (unbedingt notieren!), um später den tatsächlichen Alkoholgehalt berechnen zu können.

 

  1. Gärung starten:
    • Die Mischung auf unter 30°C abkühlen lassen, um die Hefe nicht zu beschädigen.
    • Hefe nach Packungsanweisung vorbereiten und (ggf. zusammen mit dem Hefenährsalz) zum Most geben.
    • Den Behälter abgedeckt an einem warmen, dunklen Ort stehen lassen. Nach etwa einem Tag sollte die Gärung sichtbar in vollem Gange sein.
    • Tägliches Umrühren: Für drei Tage ein- bis zweimal täglich umrühren und dabei die obere Schicht unterheben.
  2. Weitergärung:
    • Das Gefäß mit einem Gärspund verschließen (alternativ einen Gummihandschuh oder Ballon verwenden, in den mit einer Nadel ein winziges Loch gepiekt wurde, so können Gase gut entweichen, ohne dass Obstfliegen oder Außenluft den Weg hineinfinden).
    • Gären lassen, bis keine Blasen mehr aufsteigen oder der Zuckerwert über 48 Stunden konstant bleibt. Das kann einige Wochen dauern, manchmal Monate.
    • Jetzt kann mit dem Hydrometer gemessen werden, um den tatsächlichen Alkoholgehalt zu errechnen – aber nur, wenn vor der Gärung der Zuckergehalt gemessen wurde.
  3. Klärung und Stabilisierung:
    • Den Wein mit Hilfe des Schlauches von der Hefe abziehen, in einen sauberen Behälter hinein.
    • Klärung: Bentonit oder Gelatine kann zur Klärung hinzugefügt werden (danach muss erneut vom Bodensatz abgezogen werden). Bei der Verwendung die Packungsanleitung beachten.
    • Stabilisieren und Nachsüßen: Wenn Nachsüßen erwünscht ist, den Wein 24 Stunden vorher mit Kaliumsorbat und Natriumdisulfit stabilisieren. Das verhindert eine erneute Gärung im Wein.

Zusätzliche Hinweise:

  • Hygiene: Achte auf gründliche Reinigung und Desinfektion aller Geräte, um Infektionen zu vermeiden.
  • Geduld: Wein braucht oft Zeit, um zu reifen. Manchmal muss man ihn nach der Gärung noch einige Wochen bis Monate ruhen lassen, um das Aroma zu verbessern. Erdbeerwein schmeckt hingegen jung am frischesten.

Abfüllen:

  • Vor dem Abfüllen in Flaschen den Met nochmal vom Bodensatz in ein anderes großes Gefäß abziehen, und dann von diesem abfüllen.
  • Der Met kann in alte, gründlich ausgespülte Weinflaschen abgefüllt werden. Auch Schraubdeckel sind wiederverwendbar, sofern sie noch gut schließen und ebenfalls gereinigt und steril sind.
  • Für den Verschluss mit Korken wird ein Verkorker benötigt. Einfache Handverkorker sind nicht teuer, aber dennoch keine notwendige Ausgabe, wenn gute Schraubverschlüsse vorhanden sind.
  • Viele schlagen vor, die verwendeten Flaschen im Ofen durch Erhitzen zu desinfizieren. Durch übermäßige Hitzeeinwirkung können sich allerdings mikroskopische Risse im Glas verstärken und die Flaschen später spontan zum Bersten bringen. Es sollten stattdessen geeignete Reinigungsmittel verwendet werden (Schwefellösungen aus Natriumdisulfit oder Aktivsauerstoffreiniger wie Chemipro Oxi, ggf. andere Spezialreiniger)
  • Nach dem Abfüllen, insbesondere wenn nachgesüßt wurde, sollte man den Wein einige Zeit gut im Auge behalten. Es empfiehlt sich, eine einzelne „Testflasche“ auszusuchen, die in Abständen von mehreren Wochen regelmäßig geöffnet wird, um zu überprüfen, dass sich kein Druck durch Weitergärung entwickelt.